Streuobstwiesen gehören zu unserem schönen Landschaftsbild und schützen auch die Artenvielfalt

Wer seine Zukunft sucht ,sollte auch seine Geschichte kennen.
Vieles was heute in Notzingen und Wellingen selbstverständlich ist, wie die ortsbildprägenden Streuobstwiesen, sind von Menschen geschaffene Kulturlandschaften.
Schon seit der Römerzeit sind in unserer Gegend Obstbäume und Weinreben bekannt.
Doch erst seit dem 16.Jahrhundert erkannten die Landesfürsten, dass Obst ein wichtiges Nahrungsmittel ist und damit die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessert. Die Bürger wurden zum Pflanzen und Pflegen von Obstbäumen aufgefordert. Wer der Baumpflege nicht nachkam, machte sich des „Baumfrevels“ schuldig und wurde hart bestraft. Im 18.Jahrhundert wurden staatliche Obstbaumschulen eingerichtet, die junge Obstbäume zogen und im Land verkauften. Die jahrhundertelange Tradition des Obstbaus hat eine Vielfalt an Sorten, Tier- und Pflanzenarten, Handwerkstechniken, Bewirtschaftungsweisen und nicht zuletzt eine herzliche Vielfalt an Bewirtschaftern und Akteuren hervorgebracht.
Die verwendeten Hochstämme lassen viel Licht und Sonne auf den Boden.
Damit konnte früher ein guter Gras- und Heuertrag erzielt werden und in der zweiten Ebene wuchs das Obst heran. Damit ermöglichen die Hochstämme eine Mehrfachnutzung der Grundstücke und in manchen Ortschaften wurden sogar Baumäcker angelegt z.B. mit Obstbäumen als Hochstämme und auf dem Boden die Ackerfrucht wie z.B. Getreide, Kartoffeln etc.


Ursprünglich wurde in Notzingen, wie am gesamten Albtrauf, überwiegend Wein angebaut. Bis heute zeugen Kelter-Gebäude in vielen Gemeinden von dieser Zeit. 1842 hatte die Gemeinde Notzingen rund 48 Württembergische Morgen (ungefähr 14,5 Hektar) Weinberge. Damit war Notzingen an 7. Stelle von 23 Gemeinden im damaligen Oberamt Kirchheim. In der Oberamtsbeschreibung heißt es: „Das Weinerzeugnis ist nach Güte und Menge gering.“ Der damalige Schultheiß Schmid II berichtet in seinen Notizen: „Der Wein wuchs etwas rau aber haltbar und gab oft heitere Gemüther...“ . In der Kelter presste man die Trauben mit einer Handpresse. Meist wurde der Wein an hiesige und auswärtige Wirte verkauft. Es waren auch mehrere Besenwirtschaften vorhanden. Um 1885 wurde der Weinbau zugunsten des Obstbaus eingestellt. Gründe waren Klimaabkühlungen und der Weinschädling Reblaus hatte zusätzlich die Bestände vernichtet. Heute erinnern noch die Flurnamen „Untere Wengert“, „Obere Wengert“ und „Brandwengert“ an diese Zeit.
Die Kelter wurde nach der Weinbauzeit vielfältig genutzt. Sie war Feuerwehrmagazin bis 1949 und Turnraum bis zur Einweihung der heutigen Gemeindehalle am 3.Juni 1961. Danach genutzt als kommunaler Abstellraum, diente als Gemeinschafts-Gefrieranlage und ist heute ein gepflegtes Restaurant und Weinlokal.

In den 1950er Jahren erlebte die Streuobstwiesen-Nutzung seinen Höhepunkt. Zahlen aus dem Jahr 1951 sind u.a.: 16.694 Apfelbäume, 2.534 Birnenbäume,1.057 Kirschenbäume, 875 Pflaumen- und Zwetschgenbäume und 74 Nussbäume. Zwei Gemeindebaumwarte und drei Obstbauvereine sorgten für Unterstützung und Beratung der Nutzer.

Heute sind die Streuobstwiesen mit Ihren charakteristischen Hochstämmen kein existenzielles Thema zur Nahrungssicherheit mehr. Es ist der Bürgerliste der CDU- Notzingen trotzdem wichtig, in Notzingen und Wellingen diese Streuobstlandschaft zu erhalten. Mit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten sind die Streuobstwiesen ein Hot-Spot der Artenvielfalt und dienen auch gerade deshalb dem Naturschutz. Sie sind für die Nutzer Freizeitbeschäftigung, die zwar heute keine monetären Erträge bringt, aber dennoch zur Erholung und dem Ausgleich dient.

Nur wer neue Hochstamm-Bäume pflanzt kann die späteren Generationen ernten lassen.

Deshalb hat die CDU-Fraktion erst kürzlich erfolgreich einen Antrag gestellt, um die Neupflanzung von weiteren Hochstämmen, mit 10,-- € pro Baum zu fördern.
Der Fortbestand der Streuobstwiesen ist durch das Weitergeben der Begeisterung und die Neupflanzung von Hochstamm–Bäumen möglich. Wer neue Bäume pflanzt praktiziert generationsübergreifenden Natur- und Kulturschutz. Bei rücksichtsvollem, maximalem dreimaligen Mähen pro Jahr, hilft es dem Erhalt der Bienen, bestäubenden Insekten und den Vögeln. Zur Unterstützung einer bäuerlichen Landwirtschaft und regionaler Erzeugung, wurde auf unser Hinwirken die Instandsetzung des Feldweges, vom Kreisverkehr an der Ötlinger Landstraße in Richtung „Hinterberg“, beschlossen.
Diese Punkte werden von der Bürgerliste der CDU-Notzingen voll unterstützt.
Die Kommunen gestalten die Rahmenbedingungen für die Lebensqualität, sozialen Frieden und den Zusammenhalt der Bürger. Dazu gehören nicht nur Zukunftsthemen und harte Fakten, sondern auch „Softskills“, die den Kitt unserer Dorfgemeinschaft darstellen.

« Grußbotschaft von Annegret Kramp-Karrenbauer Hallo junge Wählerinnen und Wähler! Ihr könnt wählen ab 16 Jahren bei den Kommunalwahlen »